Hier auf der Seite habe ich nicht so viel Platz und deshalb findet Ihr hier immer nur die Kurzform, aber Ihr könnt euch meine ausführlicheren Traingstipps als PDF laden ...
 
 

Berties Trainingstipps für den Monat Februar

Alles im "Hand" - Tunnelvariationen - "Beide"

"Hand"

Einige von euch werden es (noch) nicht glauben, aber alles das, was euer kleiner Racker auf der einen, gelernten, Seite zeigen kann, dass kann er auch eurer anderen Seite ausführen. Wozu das gut sein soll? Oh, da fallen mir auf Anhieb tausend Gründe ein! Hier habt Ihr schon mal die wichtigsten drei: … zur objektunabhängigen Generalisierung der Kommandos … um euren kleinen Racker so stressfrei wie nur möglich durchs Leben führen zu können … zur Optimierung eurer Laufwege Und wer mit diesen drei Gründen so gar nix anzufangen weiß, der nimmt sich halt das, was immer passt: … damit er mal wieder was Neues lernt. Dabei werden einige von euch sicher denken: „Was soll daran neu sein, schließlich kann mein Hund die Grundkommandos doch schon mit links, da wird das doch wohl keinen Unterschied machen!“ Oh, oh! Wenn Ihr euch da nicht mal vertut. Für uns Hunde macht es nämlich einen großen Unterschied, wie Ihr zu euren Kommandos steht. Und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht eure Konsequenz, sondern wirklich euren Standpunkt im wahrsten Sinne des Wortes. Bei euren Trainings solltet Ihr deshalb unbedingt die nötige Nachsicht üben, ohne es dabei allerdings an Konsequenz und Fortschritt fehlen zu lassen. Hä!? Oh, ich seh schon, dass sollte ich ein wenig ausführlicher erklären …

Anspruch und Wirklichkeit

Natürlich soll euer kleiner Liebling alle Kommandos auf der Handseite genauso akkurat ausführen, wie Ihr es auf eurer Fußseite von ihm gewohnt seid. Allerdings müsst Ihr euch darüber im Klaren sein, dass ihm genau das umso schwerer fallen wird, je öfter Ihr das auf eben dieser Fußseite schon abgefragt habt und eben auf der anderen Seite aber nicht. Das glaubt Ihr nicht? Ha! Ich kann euch ganz einfach beweisen, dass das leider, leider ganz genauso ist! Denkt mal bitte ein paar schöne Jahre zurück, an die Zeit, in der euer Hund noch ein Welpe war, bzw. als er zu euch gefunden hat. Das erste Kommando, das er von euch gelernt hat war zu 99,9 % das „Sitz“. Dieses „Sitz“ konnte er recht schnell und sicher vor euch, also in der Frontposition, ausführen und erhielt dafür auch immer wieder seine verdiente Belohnung. Irgendwann habt Ihr euch dann ans „Fußlaufen“ gemacht und hoffentlich bemerkt, dass das mit dem „gerade neben euch sitzen“ aber mal gar nicht so klappen wollte. Warum „hoffentlich“? Na, weil, wenn Ihr das nicht bemerkt habt, eine sehr große Wahrscheinlichkeit besteht, dass er oder sie auch heute noch nicht wirklich gerade sitzt, hihi. Naja, sei’s drum. Jedenfalls kann ich euch den Umstand, dass euer kleiner Racker sich geradezu vehement weigerte, sich entsprechend gerade neben euch zu pflanzen, so am besten erklären. Wir Hunde merken uns - nicht ziemlich, nicht einigermaßen und nicht sehr, sondern ganz und gar - genau, wie wir an eine Belohnung kommen und wieder holen genau diese Handlung. Während Ihr jetzt vielleicht denkt: „Na, klar! Für „Sitz“ gibt es Lecker, also setzt sich mein Hund auch beim nächsten Mal hin, weil er ja weiß, dass es dafür Lecker gibt.“, denkt euer Hund über das „Sitz“ sehr viel genauer nach, als Ihr, bzw. als Ihr euch das bisher vielleicht vorgestellt habt. Für euch bedeutet dieses Kommando halt „den Hintern auf den Boden pflanzen“ und sonst erstmal nix. Für uns sind aber noch viel, viel mehr Dinge wichtig und bedeutsam: Das Wetter, der Ort, die Art wie Ihr das Kommando gebt, die Zeit, die Umstände, der Untergrund, … und eben halt auch die Stellung zu euch. Und warum ist das alle so wichtig? Das ist ganz und gar einfach: Weil wir so genau beobachten (können)! Uns entgeht nicht die geringste Kleinigkeit, wenn es darum geht zu erforschen, wie wir an eine Belohnung kommen. Niemals! Also merken wir uns unter vielen, evtl. ganz und gar unwichtigen, Details, z.B. auch eben die Position aus der Ihr uns das Kommando gebt und (viel wichtiger) natürlich auch die Position, die wir zu euch haben, wenn wir unsere Belohnung erhalten.

Der Nutzen für ’s Training

Warum ich euch das alles erzählt habe? Na, damit Ihr euer Training entsprechend gestaltet und aus einer vermeintlichen Bürde einen dicken, fetten Vorteil ziehen könnt. 1 Stellt, bevor Ihr mit eurem Training beginnt, den IST-Zustand fest a. Wie (gerade/schnell/verlässlich) befolgt mein Hund meine Kommandos auf der Fußseite b. dto. für die Frontale c. dto. für die Handseite 2 Lasst euren Hund, bei hoher Belohnungsrate, verschiedene Kommandos unabhängig von eurer Position zu ihm ausführen. a. Zeigt ihm so, dass er keine bestimmte Position einnehmen muss b. Macht er das jedoch immer wieder, dann schafft euer Wechsel der Positionen bei gleichem, also gehaltenem, Kommando die Voraussetzung für ein im Weiteren erfolgreiches Training! 3 Legt das Kommando „Hand“ von vorn herein richtig an a. Sagt das Wort „Hand“ anfangs nur, wenn euer Hund sich in genau dieser Position befindet und belohnt nur wenn diese Bedingungen gänzlich und in diesem Moment erfüllt sind … i. Euer Hund läuft neben euch auf eurer („…“) Seite ii. Hundeschulter auf Höhe eures Beines iii. Fester Blickkontakt, der vom Hund ausgeht iv. Ohne springen, Bellen, Zergeln, … v. Ihr lauft in aufrecht, gerader Haltung 4 Trainiert dem Ausbildungsstand eures Hundes entsprechend die Kommandos auf der Handseite a. Vermeidet Trainingsfehler, die Ihr evtl. schon auf der Fußseite gemacht habt b. Belohnt nur das, was Ihr auch haben wollt, bzw. brauchen könnt c. Arbeitet von vornherein auf eine direkte, von eurer Position unabhängige, Ausführung hin d. Trainiert das jeweilige Kommando aus dem Kommando „Hand“ wirklich erst dann, wenn euer Hund gelernt hat, dass seine Ausführung eurer Kommandos einzig und allein schnell und direkt erfolgen muss und nichts mit seiner Position zu euch zu tun hat.



Tunnel

Alles rund um und zum Tunnel findet Ihr in meinem gleichnamigen Extrablatt im Lesefutter auf creDo-training.de.

Aus den Aufgaben

Die allermeisten von euch kennen den Tunnel und die meisten eurer Hunde lieben ihn. Vor allem Letzteres muss euch nicht unbedingt zum Vorteil gereichen, denn in den Aufgaben wird es um alles Mögliche rund um den Tunnel gehen, was mit Agi eben rein gar nix zu tun hat, hihi. In den drei Ligen wird es sicherlich um Kommandos aus größerer Distanz zum Tunnel gehen und Ihr werdet euren Hund an und um den Tunnel herum Kommandos ausführen lassen, die mit dem Objekt selbst nicht im Zusammenhang stehen, bzw. zu diesem sogar in krassem Widerspruch stehen.

Der Sacktunnel

Superwichtig: Kein(Beginn)er übt am Sacktunnel, solange euer Hund den Röhrentunnel nicht in jeder Position heiß und innig liebt! Wenn euer Hund den Sacktunnel noch nicht kennt, dann last ihn bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte nicht ein einziges Mal unkontrolliert daran vorbeilaufen, sondern nehmt euch gleich eine Hilfsperson und geht wie folgt vor: 1 Der Sacktunnel liegt ordentlich, gerade und in voller Länge aufgefaltet, alle vorgesehenen Sicherungen sind ordentlich installiert! 2 Ihr übergebt euren Hund mit Leine und / oder (nur) Geschirr an euren Helfer am Tunneleingang a. Der Helfer hält euren Hund nur fest, sonst nix! i. Er schiebt nicht, er drückt nicht! 3 Am Sackende angekommen hebt Ihr dieses mit beiden Händen an (auf eure Kopfhöhe) und ruft euren Hund hindurch („Versuch“ = Erfolg, Hund läuft weiter triebig in den Tunnel) … 1. bis 3. Versuch: Ihr haltet die Plane oben, bis euer Hund euch erreicht hat 4. bis 6. Versuch: Ihr last die Plane immer ein wenig früher auf seinen Rücken gleiten 7. bis 10. Versuch: Ihr last die Plane fallen, bevor die Nase komplett durch ist 4 Nun startet Ihr neben eurem, durch die Hilfsperson festgehaltenen, Hund … WICHTIG! Am Sacktunnel wird nicht geklatscht! Ihr deutet in die Mitte des Tunneleingangs, sagt einmal „Tunnel“ und lauft los … … egal ob euer Hund durchrennt oder nicht, lauft Ihr bis zum Ende! Kommt euer Hund durch den Sack zu euch gerannt, dann feiert ihn mit einem Superduperjackpot und hört auf (Kein Scheiß!) Kommt er nicht, dann wollte er am Tunnel vorbeilaufen und wurde vom Helfer daran gehindert. Der wartet jetzt so lange, bis Ihr das Sackende wieder angehoben habt, sodass euer Hund euch sehen kann und lässt ihn dann durch den Sack zu euch laufen. In diesem Fall wiederholt Ihr Schritt 3 nochmal in voller Gänze!

Das „Beide“

Beim „Beide“ soll euer Hund seine beiden Vorderpfoten nebeneinander auf oder an ein Objekt stellen. Alles, was Ihr für dieses Verhalten braucht, erfahrt Ihr in meinem gleichnamigen Extrablatt im Lesefutter auf credo-training.de.

Berties Geheimtipps

Oh, jetzt hätte ich fast meine wirklichen Geheimtipps vergessen. Vorkommen werden, können, könnten alle Grundkommandos, verschiedene Tricks, teilweise frei wählbar - teilweise vorgegeben, Kombinationen von „Hand“ mit dem Tunnel und dem Trick „Beide“. Dazu kommen noch alle Verhalten, die Euer Hund in der Nähe eines Tunnels zeigen kann, ohne diesen in seiner eigentlichen Funktion zu benutzen: Umrunden, Rum, Stups, Touch, Grundkommandos, … Oh, nein! Hopp ist bestimmt nicht dabei, oder denkt Ihr etwa Meiner würde zulassen, dass ein Hund absichtlich dazu angehalten wird über einen Tunnel zu springen? Tss. Ich fass es ja nicht …
Ich wünsche euch und euren Hunden weiterhin jede Menge Spaß beim CreDo!


Euer Bertie